Donnerstag, 6. Juli 2017

Katharina und der Jersey. Teil 2: Therapie durch Angriff

Hallo,
heute geht es endlich weiter mit meiner kleinen Reihe "Katharina und der Jersey". Wieso, weshalb, warum ... die Hintergründe könnt ihr in Teil 1 lesen (falls ihr sie noch nicht kennt).

Es war also so, dass ich es mir - gleich zu Beginn meiner Näherei - mit dem Jersey verscherzt hatte. Wobei verscherzt auch ein wenig das falsche Wort ist. Also es lief so gar nicht mit uns beiden und nach knapp 4 Jahren wuchs dann doch der Wunsch in mir, Shirts und Co. nähen zu können. Auf sicweawn Blogs und bei Facebook sah ich sooo viele genähte Kleidungsstücke und dachte mir: das kann doch nicht so schwer sein! So viele Leute können Jersey vernähen - da sollte ich es doch auch schaffen! Aber wie es halt manchmal so ist, wenn man vor etwas großen Respekt und Bammel hat - man schiebt es vor sich her, man packt es einfach nicht an. Was tut man in so einer verzwickten und verfahrenen Situation? ... Man holt sich Hilfe. Und so habe ich mich in fachmännische Hände begeben und meine Jerseyangst wegtherapieren lassen.



Um etwas genauer zu sein: Ich habe einen Nähkurs gemacht - auch wenn alle Leute aus meinem Umfeld entsetzt darüber waren. "Was? Du machst einen Nähkurs? Du kannst doch nähen!" - Ja, ich kann nähen. Aber keine Bekleidung und schon gar nicht aus Jersey. Und ich wusste genau, dass learning by doing in Kombination mit YouTube-watching an diesem Punkt nicht das richtige für mich war. Statt langwierig und nervenaufreibend wollte ich schnell und direkt. Und genau deshalb wollte ich auch keinen 6-teiligen Standardnähkurs besuchen, bei dem ich vieles erklärt bekomme, was ich schon weiß und in viel Zeit nur wenig Neues erfahre. Ich wollte einen Kurs für mich. Für mich alleine. Für genau das, was ich wollte. 1 Termin, voller Input.


Und wisst ihr was? Ich hab bekommen, was ich wollte - und zwar bei Alex in Maci's Atelier in Karben. Alex kannte ich bereits von 2 Bloggertreffen, deshalb konnte ich ihr gut erklären, was ich denn da genau von ihr haben wollte. Und ja, Karben ist eine Ecke von mir weg. Für 6 Kurseinheiten wäre mir das zu weit, aber für einen Termin kann man den Weg auf jeden Fall fahren. Denn bekommen habe ich dafür:
- Alex' volle Aufmerksamkeit. Dadurch, dass ich die einzige "Schülerin" war, konnte ich natürlich immer Fragen stellen und bekam direkt eine Antwort. Und wir konnten alles weglassen, was mich nicht interessierte oder ich schon kannte. So haben wir weder Fäden vernäht, noch Knöpfe angenäht, noch Wendeöffnungen verschlossen.
- eine Leih-Overlockmaschine. Es war mir wichtig, dass ich mal mit einer arbeiten konnte, bevor ich eine kaufe. Ich wollte zuerst wissen, ob ich damit zurecht komme oder ob ich mir die Anschaffung sparen kann. Ich wollte mir nicht eine günstige Maschine kaufen und mal schauen, ob ich sie nutze um dann festzutellen, dass ich ein hochwertigeres Gerät möchte. Und ich wollte mir keine teure Overlock kaufen um zu merken, dass ich die nicht brauche oder nicht bedienen kann. In Maci's Atelier war es möglich, auf einer guten Overlockmaschine zu nähen
Natürlich kostet so ein Spass sein Geld, ist klar (das ist hier kein Werbepost, sondern meine Erfahrung, die ich mit euch teilen möchte. Den Nähkurs habe ich selbst bezahlt). Ein mehrteiliger Kurs mit mehreren Teilnehmern hätte aber mindestens genau so viel Geld und dazu noch viel mehr Zeit gekostet. Für mich war der "Einzelunterricht" auf jeden Fall die beste Lösung.


Genäht haben wir an diesem Nachmittag zuerst ein "Lüttes Tuch" nach der Anleitung von Annelie von Ahoi. Also zumindest alles, was mit der Overlock zu nähen war. Rundherum abgesteppt und die Kunstleder-Patches, Knopf und Schlaufe aufgenäht habe ich dann später (ok, ich geb's zu - über 3 Monate später) zu Hause, denn wir hatten noch ein zweites Projekt geplant.


Das Shirt "Kalte Schulter" von Leni PePunkt stand auf unserem Plan. Das Schnittmuster hatte ich mir schon vorher zusammen geklebt und ausgeschnitten, sodass wir direkt mit dem Zuschnitt loslegen konnten. Und so habe ich dann auch ganz schnell meine ersten Bündchen angenäht. Fazit: Ein Shirt zu nähen ist gar nicht so schwer und geht (im Vergleich zu Taschen) recht schnell.
OK, das ist jetzt nicht wirklich mein Schnitt und da ich seit dem Nähen etliche Kilos abgespeckt habe, ist es wirklich ein Sack - aber es ist ein Shirt!


So bin ich am Abend sehr zufrieden, motiviert und von der Jerseyangst geheilt nach Hause gefahren. Wie es mit dem Jersey und mir weiter ging, das erfahrt ihr in der nächsten Folge von "Katharina und der Jersey".

Verlinkt bei RUMS, den die beiden Werke sind mir.

Kommentare:

  1. Wow Respekt! Das Shirt sieht echt super aus.
    Ich hoffe auf ein Tragebild.
    Na wie gefällt Dir das Nähen mit Jersey?

    Ganz lieben Gruß Kati

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    1. Hallo Kati,
      Dankeschön. Von diesem Shirt gibt es ehr keine Tragebilder, die Gründe kennst du ja ;) Ich will auf jeden Fall weiter mit Jersey nähen und dann klappt es vielleicht auch mal mit einem Foto.
      Liebe Grüße,
      Katharina

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  2. Sehr gut gewählt dein Kurs, Therapie sichtbar gelungen! Liebe Grüße Ingrid

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    1. Hallo Ingrid,
      ja, ich bin auch voll zufrieden mit meiner Entscheidung.
      Liebe Grüße,
      Katharina

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