Freitag, 11. April 2014

Häkeln: Körbchen aus Filzwolle


Hallo,


heute habe ich etwas gehäkeltes für euch (und eine kleine Bilderflut dazu, denn ich fand sie alle so schön, dass ich keines aussortieren konnte).
Ganz am Anfang, als ich angefangen habe zu häkeln, ist ein Körbchen aus Filzwolle entstanden. Dieses stand dann ungefilzt einige Monate im Schrank, bis ich neulich wieder ein Knäul Filzwolle in die Finger bekam. So entstand ein zweites Körbchen und dann durften die beiden ein paar Runden in der Waschmaschine drehen.

So sahen die beiden vor dem Waschen aus:

Das grüne Körbchen entstand zuerst, gehäkelt aus Kettmaschen, Wolle aus dem örtlichen Fachgeschäft. Als zweites kam das orangene Körbchen dazu, gehäkelt mit festen Maschen, Wolle aus dem Restpostenmarkt.
Gehäkelt habe ich nach einer Anleitung für Rundhäkeln.
- Begonnen wird mit 2 Luftmaschen, geschlossen mit einer Kettmache.
- In diesen Ring werden 6 Maschen (Kett- oder feste Maschen) gehäkelt. (Alternativ: Magic-Ring mit 6 Maschen.)
- In jeder weiteren Runde werden 6 Maschen verdoppelt, also in der 1. Runde jede Masche/in der 2. Runde jede 2. Masche/in der 3. Runde jede 3. Masche verdoppelt und so weiter...
Ich habe ca. ein halbes Knäul Wolle (ehr etwas weniger) verhäkelt und dann ohne Maschenzunahme weiter gearbeitet, wodurch die "Aufkantung" des Körbchens entsteht, und zwar so lange, bis die Wolle aufgebraucht war. Zum Abschluss eine Kettmasche, Faden durchziehen und vernähen - Fertig.
Die Stärke der Häkelnadel habe ich entsprechend der Angabe für die Wolle gewählt. Meistens sind 2 Stärken angegeben, z.B. 3,5 - 4,0. Hier habe ich mich für die kleinere Größe entschieden, um ein engeres Maschenbild zu bekommen.
Gewaschen habe ich die Körbchen ohne Waschmittel mit der Einstellung Pflegeleicht, Temperatur nach Angabe auf der Banderole des Wollknäuls. Mit dem Ergebnis war ich nicht ganz zufrieden, die Struktur des Häkelmusters war noch deutlich zu erkennen, und zwar am orangenen Körbchen (feste Maschen mit No-Name-Wolle) deutlicher als am grünen (Kettmaschen mit Wolle aus dem Fachhandel). So durften meine Körbchen - als Gast in der Maschine meiner Tante - noch eine weitere Runde mit Tennisbällen drehen (soll angeblich helfen). Geändert hat sich jedoch nicht mehr viel. Trotzdem gefallen mir die Körbchen ganz gut. Das Kettmaschen-Körbchen (grün) hat sich ganz anders verzogen als das mit den festen Maschen (orange). Aber ich finds gut so. So sehen sie nun aus:




Mein Fazit: Bestimmt werde ich weitere Körbchen machen. Für Deko oder auch als Geschenk sind sie gut geeignet (oder auch als Osterkörbchen). Allerdings werde ich lieber ein paar Euro mehr für die Wolle ausgeben.











Habt ihr Erfahrung mit Filzwolle? Und vielleicht ein paar Tipps für mich, wie die Wolle beim Waschen richtig gut verfilzt? Dafür wäre ich euch sehr dankbar.


Viele kreative Grüße,
Katharina

Kommentare:

  1. Ich filze erfolgreich, indem ich beim Waschen genau das mache, was man bei Wolle ansonsten lassen soll: 60°C-Wäsche (statt 40°C wie oft empfohlen) und Pulverwaschmittel color. Brutal zur Wolle, verfilzt total gut. Zusammen mit normaler 60°C-Wäsche gewaschen.
    Durchgeführt für Filzhüte und Filzschuhe.

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    1. Hallo,
      das mit den 60°C habe ich mich einfach nicht getraut. Aber nun bin ich schlauer - fürs nächste Mal. Vielen Dank für deine Tipps.
      Liebe Grüße,
      Katharina

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  2. Hi,
    ich filze auch bei 40-60°C mit normalem Buntwaschmittel im normalen Waschgang, Temperatur je nachdem, was in der Wollbanderole angegeben wird. Was aber besonders gut hilft (neben einer guten Wollqualität, und da weiß ich nicht, ob die Nennung meiner Lieblingswolle nicht zu sehr Richtung Werbung gehen würde, deshalb lasse ich es), ist: sehr locker häkeln, gerne mit einer Nadelstärke mehr. Gilt auch für das Strickfilzen, das ich bei Körbchen inzwischen favorisiere, weil das Maschenbild noch besser verschwindet). Durch das Lockere kann die Wolle gut arbeiten und das Verfilzen erfolgt vollständiger. Und gefilzt wird nicht mit Tennisbällen, viiiel zu lasch, diese Dinger :D , gefilzt wird mit einem alten Paar Turnschuhe. Die haben ordentlich Gewicht und walken den Filz gut durch.
    Viel Erfolg und vielen Dank für diesen interessanten und inspirierenden Blog!

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    1. Hallo,
      vielen Dank für deine Tipps und das Lob.
      Beim nächsten Mal filzen probiere ich das gerne aus. Meine Körbhcne waren recht fest gehäkelt, das war wohl ehr nicht gut :)
      Liebe Grüße,
      Katharina

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  3. Huhu! Danke erstmal für die tolle und genaue Anleitung! Ich werde mich demnächst daran versuchen, da ich Ersatznester für gefundene Nestlinge (nackte Vogelküken) brauche. Die benötigen enge Nester, damit ihre Beinchen nicht falsch wachsen, außerdem sollten die Maschen sehr klein sein, damit die Krallen nicht hängen bleiben. Deshalb eignen sich Filzwoll-Nester gut dafür. Ich werde sie, nachdem ich nun die Kommentare gelesen habe, wohl eher locker häkeln, um eine maximale Enge der Maschen nach dem Filzen zu erreichen.
    Ich bin sehr froh, diesen Blog gefunden zu haben, vielen Dank nochmal dafür! Eine kleine Frage hätte ich noch:
    Kannst Du schätzen, um wieviel die Körbchen beim Filzen c.a. schrumpfen? Also um wieviel hat sich der Durchmesser ungefähr verkleinert?
    Liebe Grüße,
    Elena

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    1. Hallo Elena,
      vielen Dank für deinen lieben Kommentar. Schön, dass du dich um die Küken kümmerst.
      Ich würde schätzen, dass die Körbchen um ca. 1/3 geschrumpft sind. Nachgemessen habe ich das allerdings nie und je nach Hersteller schrumpfen sie auch anders (mal mehr und mal weniger).
      Viel Spaß beim Häkeln und liebe Grüße,
      Katharina

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